{"id":1148,"date":"2021-09-27T20:27:36","date_gmt":"2021-09-27T18:27:36","guid":{"rendered":"https:\/\/familienzentrum-st-martinus.de\/?p=1148"},"modified":"2021-09-27T20:28:12","modified_gmt":"2021-09-27T18:28:12","slug":"eingewoehnung-unter-corona-bedingungen-neu-denken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/familienzentrum-st-martinus.de\/?p=1148","title":{"rendered":"Eingew\u00f6hnung unter Corona-Bedingungen neu denken"},"content":{"rendered":"\n<p>W\u00e4hrend des eingeschr\u00e4nkten Regelbetriebes im Zuge der Covid 19 Pandemie standen wir in diesem Kindergartenjahr vor der Aufgabe ein U-3 Kind sowie zwei \u00dc-3 Kinder unterj\u00e4hrig in unsere Gruppe aufzunehmen. In der Raupengruppe betreuen wir insgesamt sechs U-3 Kinder und zw\u00f6lf Kinder im Alter von drei bis vier Jahren, davon ein I-Kind. In unserem Kleinteam arbeiten in der Regel drei p\u00e4dagogische Fachkr\u00e4ften, eine PIA-Studierenden sowie eine Inklusionsassistentin; in Regelzeiten ist damit eine hohe Personalkonstanz gesichert, die f\u00fcr eine gelingende Eingew\u00f6hnung unabdingbar ist. Konzeptionell orientieren wir in der Eingew\u00f6hnung am Berliner Eingew\u00f6hnungsmodell. So handhaben wir es in Regelzeiten \u2013 doch wie da diese Eingew\u00f6hnungen unter den Pandemie \u2013Bedingungen stattfanden bedeutete dies auch, dass sich unsere Rahmenbedingungen \u00e4ndern.<br><br>In Zeiten des Pandemiebetriebes arbeiten wir \u00fcberwiegend in der Mindestbesetzung und in festen Gruppen. Dies bedeutet f\u00fcr die Eingew\u00f6hnung, dass zeitliche und personale Ressourcen nur eingeschr\u00e4nkt vorhanden sind und somit eine o.g. hohe Personalkonstanz in der Gruppe nicht zu jeder Zeit gew\u00e4hrleistet werden kann. Mit der Umsetzung von ver\u00e4nderten Hygienerichtlinien und Schutzverordnungen ver\u00e4nderten sich weitere Rahmenbedingungen unserer Arbeit. Relativ schnell wurde uns klar, dass wir unsere Eingew\u00f6hnung nicht wie gewohnt umsetzen k\u00f6nnen. Wir mussten unsere Arbeit den neuen Bedingungen anpassen und \u201eEingew\u00f6hnung neu denken\u201c.<br><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hygienerichtlinie und p\u00e4dagogische Qualit\u00e4tsstandards: Ein unaufl\u00f6sbares Dilemma?!<\/strong><br><br>Die \u201eCorona- Eingew\u00f6hnungen\u201c, wie wir diese intern bezeichnen, stellen uns vor ein Dilemma: Auf der einen Seite ist der allgemeine Schutzgedanke aller Beteiligten vor dem Corona Virus. Dieser konkretisiert sich in verpflichtend umzusetzenden Hygienerichtlinien bzw. den einzuhaltenden Schutzbestimmungen. Auf der anderen Seite ist der professionelle Grundsatz, p\u00e4dagogische Qualit\u00e4tsstandards der Eingew\u00f6hnung nicht aufzuweichen. Hierzu ein konkretes Beispiel aus der Praxis:<br><br>Eine gute p\u00e4dagogische Eingew\u00f6hnung kann nur erfolgen, wenn die \u201eneuen Kinder\u201c durch ihre Eltern in den ersten Kindergartentagen begleitet werden. Kinder entwickeln ein Vertrauen in ihre neue Umgebung und in die p\u00e4dagogischen Fachkr\u00e4fte nur, wenn sie ihre eingew\u00f6hnende Bezugsperson als sicheren Hafen zur Verf\u00fcgung haben. In der Regel ist dies ein Elternteil. Ohne Eltern in der Eingew\u00f6hnung geht es also nicht. Dementsprechend bekommen die \u201eneuen Eltern\u201c selbstverst\u00e4ndlich das Recht einger\u00e4umt, unter Einhaltung der Corona- Schutzbestimmungen, ihre Kinder in den ersten Tagen der Eingew\u00f6hnung zu begleiten. Die verpflichtenden Schutzbestimmungen sehen dabei vor, dass die anwesenden erwachsenen Personen im Raum den Mindestabstand von 1,5 m einhalten; sollte dieser unterschritten werden ist das Tragen einer Maske verpflichtend. In der Berufspraxis hat die Corona- Verordnung Auswirkungen auf die direkte Interaktion mit den Eltern und auf die Interaktion mit dem Kind. Das Tragen der Maske im direkten Elternkontakt wurde in der Praxis als gut umsetzbar erlebt und konnte leicht umgesetzt werden. Als problematisch erweisen sich hingegen die Auswirkungen bei der Interaktion mit dem Kind. Die ersten Tage der Eingew\u00f6hnung sind entscheidend, um einen vertrauensvollen p\u00e4dagogischen Bezug zum Kind aufzubauen. Einen besonderen Schwerpunkt legen wir dabei auf unser Interaktionsverhalten, indem wir Blickkontakt aufbauen und die mimischen \u00c4u\u00dferungen des Kindes bewusst spiegeln. Durch dieses Spiegeln signalisieren wir dem Kind, dass wir seine \u00c4u\u00dferung und die darin enthaltende emotionale F\u00e4rbung wahrgenommen haben. Gleichzeitig erm\u00f6glichen wir dem Kind so einen eigenen Zugang zu seinen Emotionen. Dies geschieht, indem das Kind unsere Mimik als Spiegel benutzt und dadurch erkennt, dass es sich um <em><u>seine<\/u><\/em> Gef\u00fchle und Emotionen handelt. Erst dann stimmen wir unser sprachliches Antwortverhalten auf die \u00c4u\u00dferung des Kindes ab. Dieses abgestimmte Antwortverhalten oder auch \u201eresponsives\u201c Interaktionsverhalten gilt als Qualit\u00e4tskriterium gelingender Erzieher-Kind-Interaktion. Daher ist das Tragen in einer Maske in der Erzieher-Kind Interaktion aus fachlicher Sicht als kritisch zu bewerten.<br><br>Eine Eingew\u00f6hnung unter der Voraussetzung \u201emit Maske und auf Abstand \u201c war somit f\u00fcr uns eine schwierige Option, um gegenseitiges Kennenlernen und den Vertrauensaufbau zu f\u00f6rdern. So entschieden wir uns, diese Regel zu dehnen: In der direkten Interaktion mit den Eltern tragen wir eine Maske. Im direkten Kontakt mit dem Kind verzichteten wir auf die Maske\u2013 auch wenn sich diese Kontaktgestaltung insb. in den ersten Tagen der Eingew\u00f6hnung in unmittelbarer N\u00e4he zu der eingew\u00f6hnenden Bezugsperson abspielte. Selbstverst\u00e4ndlich haben wir dieses Vorgehen mit den eingew\u00f6hnenden Bezugspersonen abgestimmt. Eine Mutter eines U3 Kindes begr\u00fc\u00dfte diesen Verzicht auf die Maske explizit, die anderen Eltern konnten- trotz des Ansteckungsrisikos- diese Entscheidung mittragen.<br><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eingew\u00f6hnung neu denken<\/strong><br><br>Das Beispiel verdeutlicht, dass allgemeine Richtlinien und Schutzbestimmungen in der Berufspraxis zu Konflikten und Widerspr\u00fcchen f\u00fchren k\u00f6nnen. Die Entscheidung, eine Sicherheitsregel zugunsten der Einhaltung von p\u00e4dagogischen Standards auszudehnen, haben wir uns nicht leicht gemacht. Es f\u00fchrte zu einem generellen Umdenken des bestehenden Eingew\u00f6hnungsprozesses. In Anlehnung an das Berliner Eingew\u00f6hnungsmodell orientieren wir uns in der Eingew\u00f6hnung in erster Linie an zeitlichen Richtwerten. So findet eine erste Trennung von den Eltern fr\u00fchestens ab dem vierten Tag, in der Regel aber erst ab der zweiten Woche statt. Das Aushalten der o.g. Konflikte und Widerspr\u00fcchen f\u00fchrte uns zu der Frage, ob unser bestehender Eingew\u00f6hnungsprozesses in der Corona-Pandemie \u00fcberhaupt noch sinnvoll funktionierte. In uns reifte der Wunsch, den Eingew\u00f6hnungsprozess \u201eso lange wie f\u00fcr das Kind (und seine Eltern) n\u00f6tig \u201c und im Hinblick auf den Gesundheitsschutz und die eingeschr\u00e4nkten personellen und zeitlichen Ressourcen \u201eso schnell wie m\u00f6glich\u201c zu gestalten. Jedoch steht das Vorhaben \u201eEltern so schnell wie m\u00f6glich aus dem Haus haben zu wollen\u201c im Widerspruch zu unserer professionellen Grundhaltung, dem Kind seine eigene Zeit zu geben, bis es Vertrauen in seine neue Umgebung und die p\u00e4dagogischen Fachkr\u00e4fte aufgebaut hat. Unserer Erfahrung nach ben\u00f6tigen ferner auch die Eltern Zeit, um Vertrauen in uns aufzubauen. Durch ihre Anwesenheitszeit in der ersten Wochen haben sie ausreichend Gelegenheit uns und unsere Arbeitsweise zu beobachten, um sich ihr eigenes Bild \u00fcber uns zu machen. Vielen Eltern hilft dies bei der ersten Trennung von ihrem Kind, weil sie selbst das Gef\u00fchl haben, ihr Kind in guten H\u00e4nden zu wissen.<br><br>Unser Vorhaben unsere Eingew\u00f6hnung \u201eneu zu denken\u201c, f\u00fchrte uns also zu der Frage: \u201eWie l\u00e4sst sich Vertrauen in k\u00fcrzester Zeit aufbauen \u2013 ohne alle in der Eingew\u00f6hnung Beteiligten in Stress zu versetzen?\u201c Besser noch: \u201eWie gestalten wir die Eingew\u00f6hnung so, dass alle Beteiligten das Gef\u00fchl haben, diese gro\u00dfe Herausforderung aktiv und stressfrei bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen?\u201c<br><\/p>\n\n\n\n<p><strong>KInder STRessfrei EIngew\u00f6hnen<\/strong><br><br>Aus dieser Motivation heraus haben wir die Methode \u201eKinder stressfrei eingew\u00f6hnen\u201c (KISTREI) entwickelt. KISTREI arbeitet mit einem ver\u00e4nderten Bild der Eingew\u00f6hnung; dieses wird im Folgenden beschrieben. Dazu werfen wir zun\u00e4chst jedoch den Blick kurz auf das bestehende Eingew\u00f6hnungskonzept. Das Berliner Eingew\u00f6hnungsmodell unterteilt den Prozess der Eingew\u00f6hnung in insgesamt vier zeitlich abgegrenzten Phasen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Schnupperphase<\/strong>: umfasst das Aufnahmegespr\u00e4ch mit den Eltern sowie insgesamt bis zu zwei Besuchsnachmittage, an dem die neuen Kinder die M\u00f6glichkeit haben den Kindergarten mit ihren Eltern zu besuchen.<\/li><li><strong>Grund-\/ Kontaktphase<\/strong>: umfasst die ersten zwei bis drei Tage; bei j\u00fcngeren Kindern kann dies auch bis zu f\u00fcnf Tage dauern. Die neuen Kinder und der eingew\u00f6hnende Elternteil bleiben ca. 2-3 h in der Einrichtung. Fr\u00fchestens am vierten Tag der Eingew\u00f6hnung, h\u00e4ufig jedoch erst am sechsten Tag findet die erste Trennung von der eingew\u00f6hnenden Bezugsperson statt; diese verbleibt dann au\u00dfer Sichtweite des Kindes (meist im Elterncafe) in der Einrichtung. Ist dieser Trennungsversuch (ca. 30 min) erfolgreich verlaufen, geht die Eingew\u00f6hnung unmittelbar in die n\u00e4chste Phase \u00fcber; war der Trennungsversuch nicht erfolgreich, verl\u00e4ngert sich die Grund-\/ Kontaktphase um weitere drei Tage.<\/li><li><strong>Stabilisierungsphase<\/strong>: umfasst insgesamt noch einmal zwei bis drei Tage, in denen die Eltern noch in der Einrichtung verbleiben. Die Trennung von den Eltern wird wiederholt bzw. bis zu 1,5 h ausgeweitet. Im weiteren Verlauf der Eingew\u00f6hnung k\u00f6nnen die Eltern die Einrichtung unter der Voraussetzung der st\u00e4ndigen Erreichbarkeit verlassen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Durch diese zeitliche Strukturierung der Eingew\u00f6hnung l\u00e4sst sich dieser Prozess als \u201elanger Weg\u201c beschreiben, der die erfolgreiche Eingew\u00f6hnung als Endpunkt markiert. Auf diesem Weg ist die Trennung von den Eltern als \u201egro\u00dfer Meilenstein\u201c eingezeichnet, um den sich die daran anschlie\u00dfende Ausweitung der Betreuungszeit orientiert. Die Frage nach der \u201eTrennung\u201c bzw. der \u201eAusweitung von Betreuungszeit\u201c dominierte dabei die Inhalte der Kommunikation aller an der Eingew\u00f6hnung beteiligten, obwohl wir im Aufnahmegespr\u00e4ch sehr ausf\u00fchrlich \u00fcber den zeitlichen Ablauf unserer Eingew\u00f6hnung informieren. Nichtsdestotrotz \u00e4u\u00dfern eingew\u00f6hnende Eltern h\u00e4ufig die Sorge \u201eWas ist, wenn sich mein Kind an meine Anwesenheit gew\u00f6hnt?\u201c oder \u201eWann kann mein Kind denn ohne mich in der Einrichtung bleiben?\u201c \u2013 und gerade durch die Corona Pandemie und die damit verbundenen Schutzma\u00dfnahmen kam die die Frage nach einem g\u00fcnstigen fr\u00fchestm\u00f6glichen Zeitpunkt f\u00fcr eine Trennung vermehrt auch in uns selbst auf. Schlie\u00dflich lag es auch in unserer Verantwortung die o.g. Grund-\/ Kontaktphase nicht unn\u00f6tig weit auszudehnen, um das m\u00f6gliche Infektionsrisiko so gering als m\u00f6glich zu halten.<br><br>Doch wie l\u00e4sst sich ein g\u00fcnstiger Zeitpunkt f\u00fcr den ersten Trennungsversuch festlegen? Woran l\u00e4sst sich festmachen, ob ein Kind, die eingew\u00f6hnende Bezugsperson und auch die eingew\u00f6hnende Bezugserzieherin \u201ebereit\u201c sind f\u00fcr die erste Trennung oder die Ausweitung von Betreuungszeit? Welche Kompetenzen und Ressourcen sind hierf\u00fcr bei den jeweiligen Beteiligten erforderlich?<br><br>Durch das Berliner Eingew\u00f6hnungsmodell waren wir gewohnt in zeitlichen Strukturen zu denken. Wir stellten jedoch f\u00fcr uns fest, dass ein solcher \u201eFahrplan\u201c nur als allgemeine Orientierungshilfe dienen konnte und wir stattdessen den Blick auf die Ressourcen derjenigen richten wollten, die an der Eingew\u00f6hnung beteiligt sind. Mit unserer Methode KISTREI zeichnen wir ein neues Bild der Eingew\u00f6hnung. Der \u201elange Weg\u201c mit dem gro\u00dfen Endziel der erfolgreich abgeschlossenen Eingew\u00f6hnung ist zwar geblieben. Doch auf dem Weg befinden sich nun Zwischenetappen, sogenannte Teilziele. Die Teilziele strukturieren den Prozess der Eingew\u00f6hnung inhaltlich, d.h. sie beschreiben kleinschrittig zahlreiche Teilleistungen und Kompetenzen des Kindes, der Eltern und der Bezugserzieherin, die es innerhalb des Eingew\u00f6hnungsprozesses erfolgreich ausgebildet werden. Neben den Teilzielen befinden sich auf dem Weg \u201eB\u00e4nke\u201c, die zum verweilen, ausruhen und \u201eauftanken\u201c einladen. Diese B\u00e4nke stehen f\u00fcr die Wochentage Montag und Freitag; an diesen beiden \u201eAusruhtagen\u201c nehmen wir keine Ver\u00e4nderungen im Eingew\u00f6hnungsprozess vor, d.h. an diesen Tagen erweitern wir beispielsweise nicht die Betreuungszeit.<br><br>In unserer Eingew\u00f6hnungspraxis haben wir die Erfahrung gesammelt, dass Kinde, Eltern und Bezugserzieher bereits ab dem ersten Tag ein oder auch mehrere dieser Teilziele erreichen. Hier eine exemplarische \u00dcbersicht \u00fcber die Teilziele von KISTREI:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Kinder nehmen interessiert die neue Umgebung wahr<\/li><li>Kinder l\u00f6sen sich von ihren Eltern<\/li><li>Kinder bewegen sich frei im Raum \/ erkunden den Raum<\/li><li>Eltern k\u00f6nnen ihrem Kind Raum geben \/ sich zur\u00fccknehmen<\/li><li>Kinder, Eltern und Bezugserzieher kommen miteinander in Kontakt<\/li><li>Kinder erkunden angebotenes Material \/ w\u00e4hlen eine Aktivit\u00e4t<\/li><li>Bezugserzieherin nimmt Stressreaktion des Kindes \/ Antwortverhalten der Eltern bewusst wahr<\/li><li>Kinder lassen sich von den Erziehern tr\u00f6sten und wickeln<\/li><li>Kinder k\u00f6nnen zunehmend stressfrei spielen<\/li><li>Kinder w\u00e4hlen bewusst Spielpartner<\/li><li>Kinder nehmen stressfrei an Gruppenaktivit\u00e4ten teil (z.B. Mittagessen)<\/li><li>Kinder schlafen in der Kita<\/li><li>Kinder kennen Regeln und Abl\u00e4ufe<\/li><li>Kinder haben erste Konflikte<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Diese Liste l\u00e4sst sich noch weiter erg\u00e4nzen; wichtig ist uns bei unserer Methode KISTREI vielmehr, einen achtsamen Blick darauf zu werfen, was alle Beteiligten im komplexen Eingew\u00f6hnungsprozess leisten. Diese ressourcenorientierte Haltung bildet die Ausgangsbasis f\u00fcr die Kommunikation mit den Eltern. Im t\u00e4glichen Austausch k\u00f6nnen wir so konkret benennen, was Eltern und Kind am heutigen Tag \u201egeschafft\u201c haben und diese Leistung entsprechend w\u00fcrdigen. Gemeinsam l\u00e4sst sich darauf aufbauend der \u201en\u00e4chste Schritt\u201c formulieren. Durch dieses kleinschrittige Vorgehen werden den Eltern bereits fr\u00fchzeitig die ersten Erfolge im Eingew\u00f6hnungsprozess bewusst. So hatten die Eltern bereits von Beginn an das Gef\u00fchl \u201ees geht voran\u201c und freuten sich \u00fcber ihre Fortschritte bzw. die Fortschritte Ihres Kindes. Vielfach haben wir die Beobachtung gemacht, dass Eltern sich insgesamt aktiver in den Eingew\u00f6hnungsprozess einbrachten \u2013 aber auch sehr einf\u00fchlsam mitgehen konnten, wenn ihr Kind Anzeichen von M\u00fcdigkeit und Stress zeigte.<br><br>Die Formulierung der einzelnen Teilziele erm\u00f6glicht der Bezugserzieherin einen guten \u00dcberblick \u00fcber den komplexen Eingew\u00f6hnungsprozess und den ungef\u00e4hren Stand der Eingew\u00f6hnung. Dies erleichtert es, eine fachlich begr\u00fcndete Entscheidung dar\u00fcber zu treffen, wann ein guter Zeitpunkt f\u00fcr eine erste Trennung gekommen ist bzw. inwieweit die Betreuungszeit angehoben werden kann. Dar\u00fcber hinaus wird auch die Kommunikation mit den Eltern erleichtert. Dies f\u00f6rdert gegenseitiges Vertrauen, da die Eltern den Eindruck gewinnen: \u201ehier wei\u00df jemand ganz genau, was er tut.\u201c<br><br>Fazit: Die Corona-Pandemie stellt uns alle vor die gro\u00dfe Herausforderung flexibel auf neue Bedingungen und Herausforderungen zu reagieren. Das erm\u00f6glichte uns aber auch, bestehende Strukturen noch einmal kritisch zu reflektieren und unsere professionelle Haltung weiter zu entwickeln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend des eingeschr\u00e4nkten Regelbetriebes im Zuge der Covid 19 Pandemie standen wir in diesem Kindergartenjahr vor der Aufgabe ein U-3 Kind sowie zwei \u00dc-3 Kinder unterj\u00e4hrig in unsere Gruppe aufzunehmen. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":1149,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[10,13],"tags":[],"class_list":["post-1148","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-berichte-kita-birlinghoven","category-slider"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/familienzentrum-st-martinus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1148","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/familienzentrum-st-martinus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/familienzentrum-st-martinus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/familienzentrum-st-martinus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/familienzentrum-st-martinus.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1148"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/familienzentrum-st-martinus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1148\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1150,"href":"https:\/\/familienzentrum-st-martinus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1148\/revisions\/1150"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/familienzentrum-st-martinus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1149"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/familienzentrum-st-martinus.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1148"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/familienzentrum-st-martinus.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1148"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/familienzentrum-st-martinus.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1148"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}